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archi_fox

Anmeldedatum: 02.10.2008 Beiträge: 119
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Spielbericht: Turok Dinosaur Hunter
Verfasst am: 19.10.2008, 13:11 |
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Sobald Du das Hauptmenü verlassen und die etwas schwach wirkende Comic-IntroSequenz überstanden hast, findest Du Dich in einer unglaublich detaillierten Dschungelwelt mit all ihren Geräuschen und Gefahren wieder. Nachdem Du Dein ersticktes Lagerfeuer am Anfang des ersten Levels verlassen hast, stürzt Du ohne jegliche Angst dem ersten Tal entgegen. Mit einem lächerlichen Messer und einem starken Bogen ausgerüstet nimmt das Abenteuer seinen Lauf. Zu Deiner Linken taucht ein Affen aus dem Nebel auf und macht die für diese Tiergattung typischen Geräusche. Sobald Du Dich ihm näherst, ergreift dieser jedoch die Panik und klettert schwuppdiwupp auf den nächsten, scheinbar unendlich hohen Baum. Halt! Da war doch noch irgend etwas. Ein lautes Knurren dröhnt durch die Lautsprecher. Aber die Ursache für jenes Geräusch scheint wohl glücklicherweise doch noch in einiger Entfernung auf Dich zu warten. Oder lauert das unbekannte Wesen doch hinter dem nächsten Busch? Als Du Deinen Weg fortsetzt, kommt plötzlich eine Gestalt auf Dich zu gerannt. Es ist ein Mensch! Zumindest ist es einer in den ausländischen Versionen. Für den deutschen Markt hat man jeden Urwaldeinwohner (natürlich) durch surrende Kampfroboter ersetzt. Auch von Blutspritzern ist in der hierzulande keine Spur zu sehen.
Im Original läuft das zweibeinige Wesen unerschrocken auf Dich zu und beschießt Dich mit allem, was er zu bieten hat. Dein Schuß mit dem Bogen ging leider daneben. Aber zum Glück schaffst Du es gerade noch rechtzeitig hinter den nächsten Felsvorsprung und kannst Dich dort verstecken. Du hechtest plötzlich nach vorne und rammst ihm Dein Messer entgegen. Treffer! Blut spritzt völlig offensichtlich aus seiner Halsschlagader und Dein Gegner versucht krampfhaft, die Blutung zu stoppen. Aber es ist zu spät und er fällt zu Boden.
Das war jetzt nur eine der vielen Begegnungen mit den Lebewesen des Dschungels. Noch reicht ein billiges Messer vielleicht aus, aber später werden die Gegner immer mächtiger und neue, bessere Waffen müssen her. Glücklicherweise findet man solche Waffen fast an jeder Ecke in Turok, aber genauso schnell verliert man auch sein eigenes Leben, wenn man mal wieder so paddelig war, und in eine tiefe Schlucht gestürzt ist. Das Waffenarsenal reicht vom billigen Messer bis hin zu Ultra-Mega-SuperDuper-Schnellfeuer-Alien-Wumme. Dieser Begriff ist sogar noch etwas untertrieben für das, was Dich wirklich noch erwartet. Besonders überzeugend wirkt die Darstellung der Chain Gun (Mini-Gun). Nachdem man einige Schuß-Salven abgefeuert hat, dreht sich der Lauf des Gewehrs mit einem perfekt gesampleten Surren noch einige Runden weiter. Wunderbar! Auch die anderen Schußwaffen sind mehr als nur gut gemacht. Der gefährliche Granaten. Werfer kann, wenn Du die Granaten so abfeuerst, daß diese in Deine Richtung zurückprallen, auch für Dich selbst zur Gefahr werden. Dann gehen ziemlich schnell Punkte aus Deiner Lebensskala flöten. Neben der durchschlagenden Laser-Waffe sorgt der Chronozepter für einen wahren Weltuntergang. Dieser muß aber erst einmal aus den acht versteckten Teilen in den acht Levels von Turok zusammengebaut werden. Nur mit Hilfe des Chronozepters (oder mit dem richtigen Cheat) läßt sich der Endgegner beinahe mühelos besiegen. Die Bewaffnung in Turok stellt alles bisher dagewesene in den Schatten. Selbst das schöne indizierte 3-D-Spielchen namens Babe (Name geändert) wirkt dagegen ziemlich lächerlich.
Ein pyrotechnisches Feuerwerk und krachende Sound-Effekte erwarten denjenigen, der den Finger am Abzug nicht stillhalten kann. Ja, Du wirst begeistert sein! BAMM-BAMM-Klick! Der sparsame Umgang mit Munition ist eines der Schlüsselelemente in Turok. Wer fortwährend sinnlos durch die Gegend ballert, wird schnell wieder mit einem Messer in der Hand wachgerüttelt werden. Dabei ist es schön, wenn man gerade inmitten einer Horde Gegner landet und keine Munition finden kann. Diese ist nämlich gut versteckt. Aber, wer suchet, der findet, entweder die Munition oder den Tod. Vielleicht sind es gerade diese Momente im Leben eines Turoks, die für einen andauernden Spielspaß den Reiz liefern.
Das Steuersystem in Turok ist bis jetzt einzigartig, wird aber mit Sicherheit in zukünftigen 3-D-Spielen kopiert werden. Die gelben Tasten auf dem Controller werden für die Bewegung benötigt (vor, zurück, rechts, links). Mit dem Analog-Stick kontrollierst Du lediglich Dein Blickfeld, respektive Deine Kopfbewegungen. Das bedeutet, daß es gleichzeitig möglich ist geradeaus zu rennen, während Du äußerst präzise in alle Richtungen schießen darfst. Eine ähnliche Funktion existiert in Mario64, wenn Du mit der Kamera direkt hinter seinem Kopf schwebst. Besser hätte man die Steuerung gar nicht gestalten können. Sie bedarf zwar einiger Gewöhnung, aber wenn Du es erst einmal drauf hast, ist kein Dirro mehr vor Dir sicher. Und wieder einmal wurde bewiesen, daß die Erfindung des Controller Pads voll und ganz seinen Sinn hatte.
Ebenso die kleinen, aber feinen technischen Finessen machen Turok zum besten 3-D-Ballergame aller Zeiten. Ein Blick in den Himmel und man wird von der Sonne geblendet. Wasserfälle sprudeln fein animiert aus Bergöffnungen und hinterlassen weiße Wolken aus wäßrigem Dunst. Blasen steigen nach näherer Betrachtung eines Sees empor. So etwas hat man noch nie verpackt in einem einzigen Spiel gesehen. Nach acht durchspielten Levels hat man sich aber schon an die Qualität gewöhnt.
Kommen wir aber wieder zu Turoks Schwachpunkten. Es gibt nicht nur zu wenig Dinpsaurier, die Dir das Leben schwer machen, sondern überhaupt zu wenige Gegner.Stellen sich einem solche entgegen, dann sind es meist eh nur immer die gleich Fratzen, die irgendwann kräftig auf die Nerven gehen und langweilen. An einigen Stellen erwartet man immer wieder etwas gigantisches, aber dann stellt sich heraus, daß es sich einmal mehr um einen brüllenden Soundeffekt handelte. In dieser Hinsicht hätte sich Turok eine dicke Scheibe von Tomb Raider abschneiden können. Dort treibt nämlich ein viel größerer T-Rex sein
Unwesen und überrascht einen auf fiese Art und Weise. Er rennt der Spielfigur sogar hinterher und beobachtet sie bedrohlich mit seinen großen Augen in ihrem Versteck. An solchen Feinheiten fehlt es Turok
gänzlich.
Es kommen auch immer nur drei oder vier Feinde gleichzeitig auf Dich zu gerannt. Wofür braucht man also die zahlreichen Waffen, mit denen man einen ganzen Kontinent in die Luft jagen könnte? Selbst mit Pfeil und Bogen allein könnte man in Turok ans Ziel kommen. Der Name `Dinosaur Hunter' (Dinosaurier-Jäger) ist völlig irreführend, da Dir diese meist nur im Weg stehen, wenn Du Jagd auf die menschlichen Wesen machst. Aber was haben jene Dir getan? Eine ganz andere Story hätte Verwendung finden müssen. Beispielweise folgende: Ein großer Tyrannosaurus Rex hat Deine komplette Familie während eines Angelausflugs vernichtet. Du mußt diesen nun jagen, bis Du ihn irgendwann in einer großen Höhle entdeckst und abschlachten mußt. Wo bleibt die Phantasie der Entwickler? Hände hoch, wer es satt hat, ständig auf Roboter ballern zu müssen. Auch beim Levelaufbau hat man deutlich geschlampt. Zum einen sind diese viel zu breitflächig angelegt, zum anderen gibt es viel zu viele Plattform-Level. Hier springt man munter von Plattform zu Plattform und stürzt andauernd in die Tiefe, weil man ja seine eigenen Hände und Füße nicht sehen kann. Da muß schon die Karte herhalten, sonst hat man kaum eine Chance. Wenn dann noch brodelnde Lava zwischen den Schluchten fließt, ist der Tag gelaufen. |
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